Minister im Trockenanzug: Wenn Aktionismus den Verstand verdrängt
Es sind Bilder, die nachdenklich machen: Umweltminister Till Backhaus stürzt sich im gelben Trockenanzug (Modell Secumar contra 140) in die eiskalte Ostsee, verbringt schlaflose Nächte auf Booten der DLRG und inszeniert sich vor laufenden Kameras medienwirksam als Tierflüsterer. Das Schicksal des Buckelwals „Timmy“ in der Wismarbucht vor der Insel Poel bewegt viele Menschen – doch was wir hier von der Landesregierung erleben, ist kein kühles, verantwortungsvolles Krisenmanagement, sondern purer politischer Aktionismus.
Wenn ein Minister ernsthaft öffentlich feststellt, der Wal habe sein Schicksal selbst entschieden, weil er „rechts abgebogen“ sei, muss man sich fragen, ob der Ernst der Lage verstanden wurde. Ein Tier in Not braucht keine Politiker im Wasser, sondern die ungestörte Arbeit von Experten und Wissenschaftlern, auch wenn deren Ratschläge vielleicht keine schönen Pressefotos liefern. Stattdessen drängt sich der Eindruck auf, dass hier ein emotional aufgeladenes Thema für die eigene Profilierung genutzt wird. Das ist kein Tierschutz, das ist eine gefährliche PR-Show.