Patrick Tempel

Die letzten Plakate sind ab – Ein persönlicher Abschluss und ein Blick nach vorn

So, das war’s. Die letzten Wahlplakate sind abgehängt, die Kabelbinder durchtrennt und die Reste gehen nun gesammelt auf den Wertstoffhof. Dieser physische Akt des Abhängens markiert für mich diese Woche den ganz persönlichen und endgültigen Abschluss dieses Landtagswahlkampfes.

Zeit für ein Umdenken: Materialschlacht ohne echten Nutzen

Wenn man vor diesen Bergen an Pappe und Plastik steht, kommt man unweigerlich ins Nachdenken. Ich bin fest davon überzeugt: Wir brauchen als Stadtgesellschaft dringend einen Plan, wie wir künftig mit dieser Materialschlacht an den Laternenmasten umgehen wollen. Es ist nicht nur eine massive Belastung für unsere Umwelt, sondern auch aus strategischer Sicht fragwürdig.

Aus der harten Praxis und der Erfahrung von 18 Jahren Wahlkampf, in denen ich tausende Plakate – die allerallermeisten davon übrigens mit fremden Gesichtern für meine Partei – aufgehängt habe, kann ich ganz ehrlich sagen: Der tatsächliche politische Effekt tendiert gegen null. Die Menschen überzeugt man mit echten Inhalten und im direkten Gespräch vor Ort, nicht mit bedruckter Pappe. Ich finde, das muss künftig anders gehen. Wer dazu gute Ideen und Vorschläge hat, wie wir das moderner und nachhaltiger lösen können – schreibt mir gerne!

Zerstörte Plakate und die Frage nach dem Anstand

Wenn ich mir den finalen Stapel der abgenommenen Plakate jedoch genauer anschaue, müssen wir leider auch über ein anderes Thema sprechen: unseren gesellschaftlichen Umgang miteinander. Von den ursprünglich aufgehängten Plakaten war zum Schluss nur noch ein verschwindend geringer Bruchteil übrig. Der Rest wurde abgerissen, mutwillig zerstört oder entwendet. Wer dafür verantwortlich sein könnte, muss man gar nicht groß aussprechen – man muss sich eigentlich nur aufmerksam ansehen, wessen Plakate bis zum Schluss völlig unversehrt blieben und selbst heute, am Tag nach dem offiziellen Abhäng-Stichtag, noch unbehelligt an den Laternen hängen.

Wir müssen uns bewusst machen, dass Wahlkampf extrem teuer ist und zum allergrößten Teil von den Kandidaten selbst sowie aus privaten Spenden finanziert wird. Blinde Zerstörungswut ist kein politisches Statement, sondern schlichtweg respektlos gegenüber der Arbeit, der Zeit und dem Geld anderer Menschen. Hier wünsche ich mir für die Zukunft wieder mehr demokratischen Anstand – völlig unabhängig von der Parteifarbe.

Mein Blick nach vorn: Mit voller Kraft für Rostock

Aber lassen wir den Frust hinter uns, denn mein Blick richtet sich klar nach vorn. Dass das Wahlergebnis für uns als CDU extrem bitter war, ist kein Geheimnis. Aber eines verspreche ich euch: Ich lasse mich von diesem Ergebnis ganz sicher nicht aufhalten.

Ich bin nicht in die Politik gegangen, um irgendwelchen Ämtern, Titeln oder Posten hinterherzujagen. Mein Antrieb war und ist es immer, den Leuten in meiner direkten und indirekten Umgebung ganz konkret zu helfen und unsere Stadt ein Stückchen besser zu machen. Genau deshalb mache ich mit unverminderter Energie dort weiter, wo meine politische Arbeit verwurzelt ist: in der Rostocker Bürgerschaft.

Die Herausforderungen unserer Stadt verschwinden nicht mit einem Wahltag. Ich werde mich weiterhin mit voller Leidenschaft für unsere Schulen, für den Sport und das unverzichtbare Ehrenamt sowie für pragmatische Lösungen in unserer Verkehrspolitik einsetzen.

Die Plakate sind weg, aber ich bleibe. Wir haben in Rostock noch viel vor – packen wir es an!